Erneuerbare Energie-Gemeinschaften (EEG)

Der Weg zur Klimaneutralität

Quelle: Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften
Grafik Energiegemeinschaft

Im Juli 2021 wurde im österreichischen Parlament das neue Erneuerbare-Ausbau-Gesetzespaket (EAG) beschlossen.

Ziel dieses neuen Gesetzes ist es, bis 2030 (bilanziell) in Österreich 100% Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen und bis 2040 klimaneutral zu werden. Das sind plus 27 TWh (+50% zu 2020) aus Photovoltaik, Windkraft, Biomasse und Wasserkraft bis 2030.

Ihr aktiver Beitrag zur Energiewende

Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, wurden im EAG verschiedene Punkte definiert. Einer dieser Punkte ermöglicht die Gründung von "Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaften" (EEG) und stellt damit die Kunden in den Mittelpunkt der Energiewende.

Jeder und jede Einzelne kann einen aktiven Beitrag an der Klima- und Energiewende leisten. Ganz Österreich arbeitet daran, die notwendigen Systeme und Voraussetzungen so rasch wie möglich herzustellen. Auch im Burgenland können bald die ersten einfachen Energiegemeinschaften gebildet werden.

Was sind Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften?

Eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft bezeichnet einen Zusammenschluss von verschiedenen Teilnehmern, die gemeinsam erneuerbare Energie produzieren, speichern, verbrauchen und verkaufen, und zwar auf freiwilliger und nicht gewinnorientierter Basis.

Voraussetzung ist, dass alle teilnehmenden Netzbenutzer inklusive der Erzeugungsanlage einer Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaft innerhalb eines lokalen oder regionalen Nahebereichs angesiedelt sind. Eine EEG kann nur entweder lokal oder regional sein. Mischformen sind nicht möglich.

  • Lokaler Nahebereich: Die Erzeugungsanlage und die teilnehmenden Netzbenutzer sind über denselben Niederspannungsteil einer Transformatorstation miteinander verbunden.
  • Regionaler Nahebereich: Die Erzeugungsanlage und die teilnehmenden Netzbenutzer sind über dieselbe Mittelspannungs-Sammelschiene in einem Umspannwerk miteinander verbunden.

Welche Vorteile bieten Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften?

Ersparnisse bei den Netztarifen, den E-Abgaben und dem Erneuerbaren Förderbeitrag für die innergemeinschaftlich erzeugte und geteilte Energie. Außerdem gestalten die Teilnehmer einer EEG aktiv die Energiewende mit und werden so zu Vorbildern am Weg in eine klimaneutrale Zukunft.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Die EEG muss aus mindestens zwei Mitgliedern oder Gesellschaftern bestehen und ist als Verein, Genossenschaft, Personen- oder Kapitalgesellschaft oder ähnliche Vereinigung mit Rechtspersönlichkeit zu organisieren.

Ihr Hauptzweck liegt nicht im finanziellen Gewinn. Sie hat ihren Mitgliedern oder den Gebieten, in denen sie tätig ist, vorrangig ökologische, wirtschaftliche oder sozialgemeinschaftliche Vorteile zu bringen.

Die Betriebs- und Verfügungsgewalt über die Erzeugungsanlage liegt bei der Energiegemeinschaft. Hinsichtlich der Betriebsführung und Wartung ihrer Erzeugungsanlage kann sich die Energiegemeinschaft eines Dritten bedienen.

Der Netzzugangsvertrag der Erzeugungsanlage ist entweder durch die EEG selbst oder einen teilnehmenden Netzbenutzer abzuschließen. Zusätzlich tritt die EEG gegenüber dem Netzbetreiber als Ansprechpartner in Vertretung aller teilnehmenden Netzbenutzer auf.

Technische Voraussetzung ist, dass bei dem Teilnehmer bereits ein Smart Meter installiert ist und dieser zuverlässig mit dem Zentralsystem kommuniziert. Ob dies der Fall ist, kann im Smart Meter Portal überprüft werden. Bei zuverlässig kommunizierenden Zählern wird der Status "Regelbetrieb" ausgewiesen. Im Falle von Störungen der Kommunikation zum Zähler deren Ursache nicht im Einflussbereich der Netz Burgenland liegt, kann bis zur Beseitigung der Störung eine Verhinderung der Teilnahme nicht ausgeschlossen werden.

Pflichten der EEG

Seitens der EEG sind dem Netzbetreiber gemäß §16d Abs. 2 ElWOG 2010 folgende Inhalte und allfällige Änderungen bekanntzugeben:

  • Beschreibung der Funktionsweise der Erzeugungsanlage (allenfalls Speicheranlagen) unter Angabe der Zählpunktnummer
  • Verbrauchsanlagen der Mitglieder unter Angabe der Zählpunktnummern
  • Anteil der Mitglieder (Verbraucher) an einer Erzeugungsanlage sowie die Aufteilung der erzeugten Energie
  • Zuordnung (Überschussabgabe) von erzeugter Energie, die nicht von den Mitgliedern verbraucht wird – pro Viertelstunde
  • Aufnahme und Ausscheiden von Mitgliedern
  • Auflösung der Energiegemeinschaft oder Demontage von Erzeugungsanlagen

Haben Sie noch Fragen?

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Ihr zuständiges Service-Center vor Ort oder per E-Mail an info.energiegemeinschaften@netzburgenland.at oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter 0800/888 9001.

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